Bildungsprojekt zur Reduktion von Lebensmittelabfällen

Beitrag aus dem Recycling-Magazin vom 19.02.2021

Mit dem Bildungs- und Forschungsprojekt Food Lab Home wollen Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg und der TU Berlin Schüler für die Reduzierung von Lebensmittelabfällen sensibilisieren.

Die Idee des Projekts Food Lab Home: Mit forschendem Lernen sollten die Schüler die Haushalte ihrer Familien quasi zum Labor werden lassen und herausfinden, welche Lebensmittelabfälle dort anfallen, was das für das Klima bedeutet und wie man sie vermeiden kann.

(Quelle: Pixabay, Tomasz Brzozowski)

Am 24. und 25. Februar 2021 findet eine virtuelle Abschlusskonferenz des Projekts statt. Dann wird auch der eigens entwickelte Food Waste Tracker vorgestellt, mit dem Lebensmittelabfälle erfasst und anschaulich in Treibhausgasemissionen umgerechnet werden können.

Seit dem Herbst 2018 hatten Schüler der 9. bis 12. Klasse an allgemein- und berufsbildenden Schulen die Gründe für Lebensmittelabfälle in Privathaushalten untersucht und Reduktionsstrategien entwickelt. Im Zentrum standen dabei Aufkommen, Zusammensetzung, Klimarelevanz und Ursachen von Lebensmittelabfällen. Eine lohnende Untersuchung, denn immerhin entstehen in Deutschland jedes Jahr bis zu 85 Kilogramm vermeidbare Lebensmittelabfälle pro Person. In der Bundesrepublik gehen so jährlich rund 10 Millionen Tonnen genießbare Lebensmittel verloren. Das entspricht einem vermeidbaren Treibhausgasausstoß von fast 22 Millionen Tonnen.

Prof. Dr. Simone Abels, Leiterin des Projekts und Professorin für Didaktik der Naturwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg, ist von den Ergebnissen beeindruckt: „Die Schüler sind selbst zu Forschenden geworden und ihre Haushalte zum Labor. Nebenbei erhalten sie einen ersten Einblick in das wissenschaftliche Arbeiten und leisten einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.“ Ihre Kollegin Florence Ziesemer von der TU Berlin ergänzt: „Der bewusstseinsstärkende Effekt des ‚Forschenden Lernens‘ war enorm. Ganze Familien haben sich plötzlich mit dem Thema nachhaltige Ernährung und Klimaschutz auseinandergesetzt.“

Die mit dem Projekt gesammelten Erfahrungen werden jetzt Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren zur Verfügung gestellt. Online-Lern-Module und ein Handbuch mit Lehrmaterialien sind für alle interessierten Lehrer und Pädagogen auf der Website von Food Lab Home frei zugänglich. Herzstück des Projektes war die Entwicklung des Food Waste Trackers, mit dem Lebensmittelabfälle erfasst und anschaulich in Treibhausgasemissionen umgerechnet werden können. So lässt sich der Erfolg von selbst erarbeiteten Reduktionsstrategien quantifizieren und auswerten.

Am 24. und 25. Februar 2021 findet die virtuelle Abschlusskonferenz des Projekts statt. Den Hauptvortrag hält Valentin Thurn, Mitbegründer des Vereins Foodsharing. Neben der Projektvorstellung von Food Lab Home steht ein World Café zum Austausch unter den Teilnehmenden auf dem Programm. Die Teilnahme an der Konferenz ist für alle Interessierten kostenlos. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail.

Ein Multiplikatoren-Training zum Bildungsmaterial des Projekts bietet interessierten Lehrkräften am 23. Februar die Möglichkeit, die Bildungsangebote und deren Einsatzmöglichkeiten ausführlich und anwendungsbezogen kennenzulernen.

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